WaldParcours

Das zentrale Anliegen des WaldParcours ist es, der breiten Bevölkerung zeitgemässen Zugang zur Natur und zu sich selber zu ermöglichen. Lass Dein Handy für einen Moment in der Tasche. Dann nimmst Du wahr, was viele nicht mehr wahrnehmen: die Kraft der Natur.

Bei der gemütlichen Runde steht das spielerische Erleben und die Reflektion im Zentrum.

Länge1.7 km
Höhenmeter94 m

Die sportliche Runde ist etwas länger, hat mehr Höhenmeter, Treppenstufen und Bewegungsposten.

Länge2 km
Höhenmeter130 m

1 Aufwärmen & Pyramide

Starte hier deinen Rundgang

Setze dich hin, binde die Schuhe und nimm einige tiefe Atemzüge. Siehst du die Pyramide? Wenn du rennen willst, wärme dich 3-5 Minuten mit Steps auf.

Kunst

Ana Roldán, «I Say Oh! Everybody say Oh!», 2020, Teufener gelb, 120 x 120 x 148 cm, 1.8 t

Auf einem verwachsenen Nagelfluh steht eine Pyramide aus Teufener Sandstein aus Teufen AR. Die eindeutig vom Menschen gemachte Skulptur widersetzt sich dem organischen Wachstum der Natur. Die 148 cm hohe Pyramide scheint, obwohl sie 1,8 Tonnen schwer ist, leicht, geradezu schwebend. Wie ein erhabenes Relikt aus einer alten Kultur thront «I Say Oh! Everybody say Oh!» rund fünf Meter über den Betrachtenden. In ihrer klar definierten geometrischen Form setzt sie sich von der Natur ab, wird jedoch dank ihrer natürlichen Materialität zugleich unmerklich von ihr aufgenommen. Ana Roldán bringt den Ort durch ihre Skulptur in ein sanftes Ungleichgewicht und macht ihn so zugleich bewusster erfahrbar.

Kulturgeschichte und Natur sind zentrale Themen in Ana Roldáns Schaffen. Ihre Objekte und Installationen loten aus, wie kulturelle Codes und bildhafte Repräsentation zustande kommen.

Ana Roldán ist 1977 in Mexiko geboren. Sie lebt und arbeitet in Zürich.

www.anaroldan.ch

2 Treppensteigen

Schritt um Schritt nach oben

Zähle die Stufen. Sind es 327, 399 oder 475? Schaffst du 100 Stufen am Stück?

3 Der vertikale Blick

Was hörst du rauschen?

Leg dich hin und schau nach oben.
Was rauscht im Wald?
Der Bach, dein Puls oder die Blätter?

Kunst

Teres Wydler, Der vertikale Blick, 2017, 2 Liegen aus regionalem Eichenholz, je 320 x 60 x 45 cm

Die Arbeit Der vertikale Blick besteht aus zwei Liegen aus massivem Eichenholz. Die 320 cm langen Holzbohlen weisen eine konkave Aussparung für den Kopf auf, damit der exakt vertikale Blick nach oben garantiert ist. Die Arbeit ist weniger als Objekt oder Skulptur zu verstehen denn als Unterlage für eine körperliche Erfahrung: die Verkehrung des Blicks vertikal nach oben. Teres Wydler animiert uns dazu, unsere eingeübten Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen und unsere Sichtweise bewusst zu verändern. Unsere gebaute Umwelt ist auf den horizontalen Blick ausgerichtet und unser Blickfeld zumeist entsprechend begrenzt. Die Installation ermöglicht eine neue Perspektive im wahren Wortsinn. Auch ein sprachliches Element spielt mit hinein: Die Aussparung für den Kopf ist von Buchstaben umrahmt. Es sind zehnsilbige Worterfindungen der Künstlerin, die so eine direkte Verbindung zwischen Sehsinn und Semantik herstellt.

Teres Wydler ist in Bern geboren. Sie lebt und arbeitet in Zürich und Intragna. Als Konzeptkünstlerin gilt sie auch als helvetische Pionierin der Land Art.

www.teres-wydler.ch

4 Rumpftrainer

Stärke deinen Rumpf

Klink dich mit den Füssen oder Händen ein und zieh den Oberkörper oder die Beine nach oben. Achte auf eine saubere Ausführung.

5 Balance Line

Halte dich im Gleichgewicht

Balanciere über das Seil.

6 Steine

Zeig deine beste Siegerpose

Bezwing den Stein und mach ein Foto von deiner Siegerpose. Publiziere es auf Instagram oder Twitter unter dem Hashtag #waldparcourszug

Kunst

Markus Kummer, Bordure, 2016, mit Mörtel verfugte Findlinge, je ca. 100 x 100 x 150 cm

Drei Findlinge liegen am Wegrand, als seien sie über Nacht den Berghang hinuntergerollt. Dieser ist jedoch zu weit entfernt, als dass das tatsächlich der Fall sein könnte. Bei genauerer Betrachtung erkennt man Fugen im Stein: Sie zeugen von einem gezielten künstlerischen Eingriff, denn Markus Kummer hat die Steine zerschnitten und mit Mörtel wieder zusammengefügt. Der aus Zug stammende Künstler interessiert sich in seinem Schaffen insbesondere für Kräfteverhältnisse in natürlichen Materialien. Die Findlinge haben sich über Jahrhunderte geformt und eine geradezu unzerstörbare Stabilität erhalten – ein in sich ruhendes Gleichgewicht, das nur durch extreme Einwirkungen gestört werden kann. Bordure zeugt von einer solchen massiven Einwirkung durch den Menschen. Markus Kummer legt dadurch offen, wie wir Menschen in die Natur eingreifen und diese ganz nach unserem Gusto gestalten. Und so liegen die Steine eben nur fast natürlich am Wegrand.

Markus Kummer ist 1974 in Zug geboren. Er lebt und arbeitet in Zürich.

www.markuskummer.com

7 Wasserspiel

Lass das Wasser fliessen

Setz dich hin und dreh an einer der Kurbeln. Wie lange schaffst du es, den Brunnen am Laufen zu halten?

8 Multitrainer

Rauf und runter

Versuche so viele Klimmzüge und Dips wie du kannst. Wenn du dich herausfordern willst, mach 2 mehr als letztes Mal.

9Terrassen

Lass dich von diesem Ort inspirieren

Nutze diese Fläche, wie immer du willst. Ob Lesen, Yoga, Qi Gong, Stretching oder ein kleines Picknick. Verlasse diesen Kraftort so wie du ihn angetroffen hast.

Kunst

Bob Gramsma, one step beyond, PD#20250, 2020, Beton, Armierung, lokale Erde, ca. 9 x 6 m

Bob Gramsma arbeitet seit den 1990er-Jahren an einer räumlich-skulpturalen Praxis. Mit seiner Arbeit gelingt ihm eine Intervention an einem sensiblen Ort: Zwei je etwa 100 Jahre alte Linden markieren das Waldende vor einer Weide. Gramsma verändert die Situation durch ein Betongefüge, das organisch aus dem Waldboden zu wachsen scheint, sich aber durch seine Materialität stark von der Umgebung abhebt. Gramsma hat zusammen mit den Förstern der Korporation Zug das Erdreich ans Tageslicht geholt: Es wurden Löcher ausgehoben und anschliessend mit flüssigem Beton materialisiert. Einmal getrocknet, wurden die Ränder freigelegt und dadurch die Schönheit der Erdunterfläche sichtbar gemacht. Die Natur hinterlässt ihre Spuren im Beton. Somit ist One step beyond, PD#17244 eine Intervention, die den spezifischen Ort zugleich dokumentiert.

Bob Gramsma ist 1963 in Uster geboren. Er lebt und arbeitet in Zürich. Seine Werke generieren Öffnung zwischen Präsentem und Vergangenem, zwischen Erinnerung und Projektion.

www.bobgramsma.com

10 Grosse Schaukel

Geniesse die Aussicht und das Kribbeln im Bauch

Schaukle nach Lust und Laune. Was siehst du alles?

11 Geduldsfaden

Wie geduldig bist du?

Führe den Ring der Stange entlang, ohne diese zu berühren. Zu einfach? Dann probiers rückwärts mit einer Hand und geschlossenen Augen.